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Unsichtbar oder unklar? Wie Vereine die Grundlagen für mehr Mitglieder legen

Ihr postet, ihr seid aktiv – und trotzdem kommen keine neuen Menschen dazu? Dann liegt es wahrscheinlich nicht an eurer Reichweite, sondern daran, dass junge Menschen nicht verstehen, wofür ihr eigentlich steht. In diesem Beitrag zeigen wir, warum Sichtbarkeit mehr ist als Social Media – und was wirklich dahinter steckt.


Junge Menschen haben Bock - aber nicht auf euch?


Im letzten Beitrag haben wir gesehen: Junge Menschen engagieren sich. Und zwar nicht zu knapp. Nochmal zur Erinnerung: Knapp die Hälfte aller jungen Menschen (14-35 Jahre) in NRW übt derzeit ein Ehrenamt aus, und über zwei Drittel der Nicht-Engagierten hat schon mal mit dem Gedanken gespielt. Umso spannender ist die Frage, die sich daraus ergibt: Warum landen sie dann so selten in klassischen Vereinsstrukturen?


Viele würden jetzt sagen: Wir müssen mehr posten, mehr Reichweite aufbauen, mehr Social Media machen. Grundsätzlich würde ich dem nicht widersprechen, aber ich glaube das ist zu kurz gedacht. Denn viele Vereine haben kein reines Reichweitenproblem, sondern ein Sichtbarkeitsproblem, und dahinter steckt oft noch etwas Grundsätzlicheres: eine fehlende Klarheit. Und genau das schauen wir uns heute genauer an.




Man findet euch nicht, und wenn doch, versteht man euch nicht


Ein Teil dieses Problems ist schnell erklärt. In unserer Studie nennen knapp 30 % der Befragten fehlende Informationen als Hürde für ihr Engagement. Viele junge

Ehrenamt 2.0 Podcast, Folge 3
Ehrenamt 2.0 Podcast, Folge 3

Menschen wissen schlicht nicht, dass es euch gibt oder wo sie euch finden können. Die guten Nachrichten: Das könnt ihr ändern. Was ihr dafür braucht ist nichts geringeres als eine Kommunikationsstrategie. Wenn ihr junge Menschen erreichen wollt, müsst ihr dort präsent sein, wo sie ihre Zeit verbringen. Und wo ist das? Richtig, Social Media! Dabei geht es aber nicht darum, einfach nur irgendetwas zu posten. Es geht darum, regelmäßig sichtbar zu sein, Einblicke zu geben und zu zeigen, was bei euch wirklich passiert.


Denn selbst wenn sie euch finden, bleibt oft eine entscheidende Frage offen: Was genau macht ihr eigentlich und warum sollte ich ein Teil davon werden? Ihr solltet daher klar machen, wer ihr seid, wie das Engagement konkret aussieht und warum es sich lohnt, Teil davon zu werden. Genau diese Fragen sollten eure Inhalte beantworten, denn genau das macht den Unterschied. Glaubt mir, wenn ich euch sage: junge Menschen entscheiden schnell! Wenn sie nicht innerhalb weniger Sekunden verstehen, worum es geht, ziehen sie weiter. Nicht aus Desinteresse, sondern weil es genug Alternativen gibt.


Und genau dieser Aspekt wird so häufig unterschätzt: Junge Menschen suchen nicht einfach nur irgendein Engagement. Sie suchen einen Ort, der zu ihnen passt. Einen Ort, an dem sie sich wiederfinden, an dem sie andocken können und an dem sie das Gefühl haben, dass ihre Zeit gut investiert ist. Es geht nicht nur darum, was ein Verein anbietet, sondern darum, ob er zu den eigenen Werten, Interessen und Lebensrealitäten passt. Genau hier wird es für viele Vereine erfahrungsgemäß schwierig. Denn dafür braucht es Klarheit, ein klares Leitbild und ein Verständnis davon, wofür man steht.



Ohne Klarheit bringt euch die beste Kommunikation nichts


Wir stellen immer wieder fest, wie viele Vereine unterschätzen, dass ihre Außenwirkung auch stark davon abhängt, wie klar sie intern aufgestellt sind. Wenn nicht klar ist, wofür ein Verein steht, wen er erreichen möchte und was ihn besonders macht, wird auch die Kommunikation nach außen automatisch unscharf. Das führt dazu, dass Inhalte austauschbar wirken und keine echte Verbindung entsteht. Sichtbarkeit entsteht aber nicht durch Lautstärke, sondern durch Klarheit. Nur wenn ihr selbst verstanden habt, wer ihr seid und was euch ausmacht, könnt ihr das auch nach außen sichtbar machen.


Wir sprechen in diesem Kontext von einem Leitbild. Was ist ein Leitbild, fragt ihr euch? Im Grunde umfasst es drei Komponenten


  1. Eure Vision

  2. Eure Mission

  3. Eure Werte


Die Vision beschreibt das große Ziel, auf das ihr hinarbeitet. Um dies genau zu definieren, könnt ihr euch die Frage stellen, wie die Welt aussehen soll, wenn ihr erfolgreich seid.


Die Mission macht es dann konkreter. Sie beantwortet die Frage: Was tun wir als Verein ganz praktisch, um dieser Vision näherzukommen?


Die Werte zeigen schließlich, wie ihr arbeitet und wofür ihr dabei steht. Sie geben Orientierung für das Miteinander, für Entscheidungen und für die Kultur eures Vereins.


Wenn diese drei Dinge klar sind, sollten sich diese auch in euer Kommunikation widerspiegeln – auf euer Website, auch Social Media und in euren Veranstaltungen. Ihr zeigt so nicht mehr nur, dass es euch gibt, sondern warum es euch gibt und genau das macht euch für junge Menschen greifbar und interessant.


Empfehlung: Nehmt euch hierfür genug Zeit und Raum, euch diesen Dingen klar zu werden. Es ist die Grundlage euer Arbeit, deswegen sollte sie stabil sein. Es ist wichtig, dass möglichst viele euer Engagierten in diesen Prozess eingebunden werden, schließlich sind sie es, die das Leitbild repräsentieren sollen.



Und zuletzt: Qualität über Quantität


Sichtbarkeit bedeutet nicht unbedingt, möglichst viele Menschen anzusprechen. Es geht vielmehr darum, die richtigen zu erreichen. Versteht mich nicht falsch: Viele Engagierte sind großartig, aber viel entscheidender ist, wie tief Menschen wirklich eingebunden sind. Ein kleiner Kreis aus motivierten, verantwortungsbereiten Personen kann oft mehr bewegen als eine große Liste an Mitgliedern, die kaum aktiv sind. Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Namen auf einer Liste zu haben, sondern darum, Menschen zu gewinnen, die wirklich mitgestalten wollen, Verantwortung übernehmen und den Verein langfristig tragen.


Und auch hier zeigt sich, wie hilfreich ein klar formuliertes und nach außen kommuniziertes Leitbild ist. Wenn ihr deutlich macht, wofür ihr steht, was ihr erreichen wollt und wie ihr arbeitet, sprecht ihr automatisch die Menschen an, die sich darin wiederfinden.



Wir halten fest


Junge Menschen haben Bock, sie finden nur oft nicht den Weg zu euch. Deswegen geht es darum, dass ihr als Verein sichtbarer werdet. Das umfasst nicht nur eine Kommunikationsstrategie, sondern vor allem ein klares, ausformuliertes Leitbild. Das ist eure Grundlage, denn wenn nicht verständlich ist, wofür ihr steht, was ihr konkret macht und warum man bei euch mitmachen sollte, entsteht keine Verbindung.



Bleib dran


Im nächsten Beitrag schauen wir uns an, was passiert, wenn junge Menschen euch gefunden haben. Denn der nächste Knackpunkt folgt direkt danach: der Einstieg. Wie ihr Engagement so gestaltet, dass aus Interesse auch wirklich Beteiligung wird, erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag, der am 06.05. erscheint. Denn mittwochs ist Ehrenamts Mehrwert-Tag.



Wie klar ist für Außenstehende, wofür Dein Verein oder Deine Organisation steht?

  • Glasklar!

  • Ziemlich klar.

  • Geht so..?

  • Völlig unklar.


 
 
 

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